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Der nützliche Mensch - Von der Dialektik des Heilens und des Vernichtens in der Medizin

Das Dokumentartheater „Der nützliche Mensch“ thematisiert den Wert des menschlichen Lebens in der Zeit der NS-Diktatur, als die Einhaltung ethisch-medizinischer Normen im Umgang mit den Patienten von ihrer "rassischen" Kategorisierung und Bewertung sowie der „Nützlichkeit“ des Menschen abhing.

Gemeinsam mit der Regisseurin KATHARINA KLEMM präsentiert das HISTORIKERLABOR ein Stück über die ethischen Fragen um den Wert des Menschen, die aktuell an Relevanz kaum zu überschätzen sind. Nicht zuletzt behandelt das Stück die unheilvolle Allianz zwischen Wissenschaft und Ideologie am historischen Ort der Charité.

 

Dabei begreift und zeigt das HISTORIKERLABOR Kunst und Wissenschaft als Einheit. Es bedient sich hier eines praxeologischen Ansatzes: Ärzte*innen, Historiker*innen, Menschen stehen auf der Bühne, werden zitiert und zitieren gleichermaßen. Was vorgetragen und gespielt wird, stammt aus historischen Quellen, aus Aktennotizen, Briefen, Erinnerungen, flankiert von Kommentaren. Es entsteht eine quellenkritische Collage als Ergebnis eines Forschungsprozesses, ein Experiment, das die Werkzeuge der Performanzhistoriker*innen als „Quellenkritik live“ auf der Bühne anwendet. Die gesprochenen Quellen gewinnen eine neue Plastizität und Emotionalität, machen Motivationen und Handlungsweisen der historischen Akteure für das Publikum nicht nur verständlich, sondern auch erfahrbar. Transparent werden personelle wie institutionelle Verflechtungen im Kontext der historischen Strukturen. Als Bühne dienen authentische Schauplätze, die selbst besondere Orte geschichtlichen Handelns waren.

 

"Der nützliche Mensch" ist das nunmehr vierte Dokumentartheater des Labors. Es wurde in Kooperation mit dem Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin an der Charité Berlin erarbeitet.

 

 

 

Die Personage und die historischen Personen

 

 

Frank Zwintzscher, 2017 Historiker, Berlin. Frank Zwintscher bearbeitete Georg Bessau.

 

 

Daniel Schultheis, 2017 Dipl. Ing. für Medientechnologie, Berlin und Stefan Paul-Jacobs, 2017 Historiker, Leipzig.

Recherche Karl Bohnhoeffer: Stefan Paul-Jacobs

Darstellung: Daniel Schultheis

 

 

Olaf Löschke, 2017 Historiker, Berliin. Olaf Löschke bearbeitete Maximinian de Chrinis, Herbert Linden und Leonardo Conti.

 

 

Hannes Riemann, 2017 Historiker für Zeitgeschichte, Potsdam. Hannes Riemann bearbeitete Alexander Harbord Mitscherlich.

 

 

Silke Struck, 2017 Historikerin, Autorin und Museumspädagogin, Berlin und Yvonne Eberling, 2017 Historikerin für angewandte Geschichte, Berlin.

Recherche Lothar Kreyssig: Silke Struck

Darstellung: Yvonne Eberling

 

 

Anja Zok, 2017 Psychologin, Berlin. Anja Zok bearbeitete Ernst Ferdinand Sauerbruch.

 

 

Christine Zeides, 2017 Medizinstudentin an der Charité, Berlin. Christine Zeides bearbeitete Walther Stoeckel.

 

 

Darstellung: Julia Jägle, 2017 Berlin.

 

 

Künstlerische Leitung und Regie

 

 

Katharina Klemm, 2017 Theaterpädagogin und Regisseurin, Berlin.

 

Regieassistenz

Anja Zok

 

Dramaturgie und Textkonzept

Inga Dietrich, Sabine Werner und HISTORIKERLABOR

 

Projektleitung

Olaf Löschke

 

Produktionsassistenz

Frank Zwintzscher

 

Sprechtraining

Betty Weber

 

Wissenschaftliche Beratung

Lore Kleiber und Marianne Horstkemper

 

 

Videodokumentation November/Dezember 2017

Arne Hemmer

 

 

Lichttechnik November/Dezember 2017

Rico Rose

 

 

Das Projekt wurde finanziell, materiell und ideell gefördert von:

 

 

 

 

Fotos: Katharina Klemm, Hannes Riemann, Arne Hemmer

 

 

 

© HISTORIKERLABOR 2017