Das Dokumentartheaterstück "Zur Endlösung der Zigeunerfrage - Ein fiktives Symposium, 16. Dezember 1942“ wird im Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte uraufgeführt.
Mit diesem wissenschaftlich-künstlerischen Projekt vollendet das Historikerlabor seine Trilogie „Die Erfindung und Vernichtung des Untermenschen“. Der organisierte Mord an Juden, Slawen, Sinti und Roma durch NS-Deutschland. Lokalen Schwerpunkt bildet Berlin-Dahlem, das „deutsche Oxford“ mit dem Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik (Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft) und der Rassenhygienischen Forschungsstelle (Reichsgesundheitsamt).
Das Symposium am 16. Dezember 1942 ist fiktiv, ermöglicht aber den Blick auf die internationale Wissenschaftsgeschichte: Wissenschaftler:innen aus den europäischen Nachbarländern berichten über die eigene biologistische Forschung und Politik, die „minderwertiges Leben“ und „geborene Verbrecher“ kennzeichnet und diese als „Parasiten“ aus einem „gesunden Volkskörper“ ausscheiden will. Zu den Wissenschaftler:innen gesellen sich Praktiker des Massenmords: 1942 hatte der Genozid an den Sinti und Roma bereits begonnen, in deutschen Konzentrationslagern, hinter der Ostfront.
Während dieses Symposiums wird das Publikum direkt angesprochen, direkt konfrontiert, teils auch mit der Gegenwart. Während die Historiker:innen erneut Täterbiografien vorstellen, rücken Jugendliche die Perspektive der Sinti und Roma stärker in den Vordergrund.